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Frühwerke von Schubert und Ligeti // Spätwerk von Brahms

Als Teenager schrieb Franz Schubert eine Fantasie von ungezügelter Emotionalität, deren mitreißende Unordnung heute allerdings mehr fasziniert als überzeugt. Im Dickicht wildester Modulationen verirrt sich die Fantasie dermaßen, dass sie am Ende ihre Grundtonart nicht mehr zu finden vermag. In die schwärmerische Welt eines Verliebten führt die B-Dur-Sonate. Hier findet Schubert zu seiner eigenen unverwechselbaren Sprache; nur der Anfang erinnert ein wenig an Mozart.

Grausame Erfahrungen dagegen hat der junge György Ligeti machen müssen: durch Krieg, Deportation und Diktatur. Umso mehr erstaunt die lebensbejahende Kraft und Vitalität seiner frühen Klavierstücke. Die ungarisch-folkloristischen Kompositionen erinnern eher an Bartók als an den Avantgardisten Ligeti, den wir heute kennen.

Die Frühwerke dieser beiden jungen Männer kontrastieren wir mit einem Alterswerk, dem Klarinettenquintett von Johannes Brahms. Es ist ein Stück, mit dem sich Brahms, eigentlich schon schaffensmüde, als Komponist verabschiedet. Die unbeschreibliche Schönheit dieser Komposition kommt auch in der Klavierbearbeitung voll zur Geltung.

// Stefan Matthewes - Klavier und Moderation // Michèle Schröder - Klavier

Programmablauf

Franz Schubert

Fantasie in g – Moll für Klavier zu vier Händen, D 9 7'
Grande Sonate in B- Dur, Opus 30, D 617 16'

György Ligeti

Három lakodalmi tánc (Drei Hochzeitstänze) 2'40''
Sonatina für Klavier zu vier Händen 4'10''
Allegro (1943) 0'45''

Johannes Brahms

Klarinettenquintett Op. 115 35'

Bearbeitung für Klavier zu vier Händen

Die Veranstaltung dauert inklusive der Moderation und einer 15 minütigen Pause ca. 1 Stunde und 45 Minuten.