Konzertprogramme

Thematische Musikprogramme mit Moderation


„Erste Worte – Letzte Worte“

Klavierabend zu vier Händen
So begegnet Schubert uns selten in seinen Kompositionen: als junger Mensch voll enthusiastischem Eifer, voller Vorhaben und Ideen, die er kaum in Worte fassen kann. Nicht minder kraftvoll und vital zeigt sich der junge György Ligeti in seinen frühen Klavierstücken. Gut zwei Jahrhunderte liegen zwischen den Frühwerken dieser Komponisten. Wir verbinden sie in einem Spannungsbogen hin zu einem Spätwerk von Johannes Brahms, zur Abgeklärtheit eines Meisters, der auf sein Leben zurückschaut.

Debussy trifft Brahms

Duo-Abend mit Flöte und Klavier
Der eine, ein älterer Herr, lebt wohlsituiert in Wien. Der andere, ein junger Mann, fristet sein Dasein bettelarm in Paris. Doch nicht nur äußerlich liegen die Welten von Johannes Brahms und Claude Debussy weit auseinander. Hier vollendet einer meisterlich den klassischen Formenkanon. Dort formt einer eine neue moderne Tonsprache. Doch aus historischer Distanz stellen wir heute verblüfft fest: Es gibt durchaus Ähnlichkeiten zwischen den beiden außergewöhnlichen Komponisten.

Von der Kunst zu Leben

Auch wenn Musik vom Himmel kommt – ihre Wurzeln sind recht irdisch. Als Robert Schumann 1838 die „Kinderszenen“ und die „Kreisleriana“ schrieb, war er unglücklich und innerlich zerrissen, zusätzlich niedergedrückt von den Schmähungen seines Schwiegervaters Friedrich Wieck. Wie sich Schumanns Gemütsverfassung in diesen Werken - nah der Moderne - reflektiert, zeige ich mit meinem Spiel und meinen Erklärungen. Zu erleben ist so der Balanceakt des Komponisten zwischen Verzweiflung und Hoffnung, zwischen Sehnsucht und Humor.

Wahlverwandtschaften

War das nun Mozart oder Schubert?
Kennengelernt habe ich die Violinsonaten der Wiener Klassiker als Kind beim Einschlafen – meine Eltern spielten regelmäßig zum Vergnügen – natürlich wusste ich aber nicht, um welche Stücke es sich handelte, geschweige denn, wer sie komponiert hat. Und so entstand in mir die Vorstellung, alle diese wunderschönen Stücke wären von ein und derselben Person erdacht worden. Das Studium lehrte mich natürlich eines Besseren; gleichwohl entdeckte ich aber auch, dass ich so unrecht gar nicht hatte: denn der junge Schubert kannte die Kompositionen seiner bewunderten Vorbilder genau und orientierte sich sicherlich an ihnen. Daher finden sich in den Sonatinen von Schubert viele kompositorische Gemeinsamkeiten mit den Violinsonaten von Mozart, angefangen bei der formalen Gestaltung bis hin zu thematischen Details. Könnte man Teile dieser Kompositionen heimlich und unbemerkt vertauschen? Diese Frage möchten wir an Sie richten

Schubertiade zu vier Händen

Eine musikalische Biografie
Das Programm veranschaulicht mit einer Jugend-Fantasie, der großen Sonate in B-Dur, dem selten gespielten Divertissement und den sogenannten Lebensstürmen die Entwicklung des jungen Franz Schubert zu einem Mann, der in seiner knapp bemessenen Zeit zum Mitbegründer der romantischen Musik und Wegbereiter Bruckners geworden ist. Das Leben Franz Schuberts verlief gemessen an den äußeren Ereignissen recht unspektakulär; einen spannenden biografischen Stoff bieten seine Lebensdaten nicht.

Schubert ohne Ende

Klavierabend mit Schubert Fragmenten
Halbfertige Arbeiten, unvollendet liegengebliebene Projekte, begonnene Vorhaben – jeder könnte wohl eine Reihe guter Gründe hierfür nennen: Man wurde vor der Beendigung des Projektes abgelenkt - möglicherweise war es in Gedanken ohnehin schon fertig, man musste sich lediglich noch die Zeit nehmen, es zu Ende zu führen. Vielleicht war man aber auch an einem schwierigen Punkt angelangt: Probleme, die man zu Beginn so nicht erwartet hatte, behinderten die flüssige Ausführung; man wusste im Moment einfach nicht weiter. Musste das ursprüngliche Konzept neu überdacht werden? Womöglich scheute man sich aber auch, gewagte Einfälle weiter zu entwickeln, weil man mit dem Unverständnis der Umwelt rechnete... etc.etc. So mag es auch Schubert bei seinen rund 80 unvollendeten Werken gegangen sein, deren Niederschrift häufig mit dem Kürzel „etc.etc.“ endete; sind doch knapp ein Viertel seiner Klavierkompositionen und sogar fast die Hälfte seiner Klaviersonaten unvollendet geblieben.
In meinem Programm werde ich mehrere von Schuberts fragmentarischen Werken aufführen und dabei versuchen, ihrer individuellen Geschichte auf den Grund zu gehen. Gerade die Abbruchstellen bieten uns die Chance, Hörgewohnheiten zu hinterfragen und sich dem Entstehungsprozess der Komposition zu nähern. Überraschend ist die Vielfalt der möglichen Gründe für die Unfertigkeit, betörend die Schönheit der zum Teil selten zu hörenden Werke.
© 2019 Stefan Matthewes